Die besten Karten gibt es schon

Quelle: Navigon.com (Screenshot)

Falls es nicht gut zu sehen ist – unten rechts ist auf Navigon.com auf der Produktseite für die Routenplaner-App der Firma klein und fett das Folgende zu lesen:

  • die professionelle Navigationslösung für das iPhone
  • Google Local Search
  • Text-to-Speech

Maps wirkt in iOS auf mich so als ob Apple nicht anders konnte. Als ob der Vertrag auslief und weil man jetzt in Konkurrenz steht mit Google und es keine gangbare Lösung für einen Vertrag gab zwischen den beiden Partnern Parteien man seine eigene App entwickeln musste. Anzunehmen ist, dass Maps der Firma Google eine Menge Geld gekostet hat, sie werbetechnisch aber wenig Profit abwirft. Und man deshalb von Apple Geld haben wollte.

Apple hingegen ist wohl immer noch dabei, von Defcon 5 runter zu schalten und hat sich dazu entschlossen, es selbst zu versuchen, anstatt sagen wir mal *gasp* eine Lizenzzahlung pro Gerät abdrücken zu müssen. Ich denke das Sträuben dagegen wird ähnlich groß gewesen sein wie bei Samsung.

Für mich sieht Maps in iOS 6 im Moment aus wie Ping. Und wir wissen ja, was damit dieser Tage passiert.

Apple merkt gar nicht, wie extrem sie die User gerade vor den Kopf stoßen und die iPhone 5 Reviews wie jenes von Jim Dalrymple der in Cupertino und Halifax ja so super Turn-by-Turn Navigation benutzen konnte sprechen Bände. Klar – in manchen Städten funktioniert es. Aber wie war das noch mit Consumer Reports? Testszenario nicht nachvollziehbar?

Wenigstens hat John Gruber in der Talkshow berichtet, dass er als er es in New Jersey ausprobiert hat die letzten paar hundert Meter selbst finden musste, weil iOS 6 nicht mit der Tatsache zurecht gekommen ist, dass man dort nicht links abbiegen darf sondern statt dessen drei mal rechts abbiegen muss um in die Zielstraße zu kommen.

Man muss sich das mal klar machen – die Maps App versteht Einbahnstraßen nicht in den USA, wo so ziemlich jede Stadt die nach Schachbrettmuster gebaut ist voll davon ist. New York, Houston, New Jersey… selbst San Francisco. Da werden jetzt ziemlich viele Leute von Navigon im Moment die Sektkorken knallen lassen.

Ich bin jedenfalls gespannt. Wie hoch sind die Wetten dass die Navigon-App zum ersten Mal seit Jahren wieder die ersten Plätze in den Charts einnehmen wird für bezahlte Apps? Und wie peinlich wäre dies in Anbetracht der Tatsache dass das Feature Routenplanung neu in iOS 6 ist?

Apple befand sich meiner Auffassung nach hier insgesamt in einer No-Win-Situation. Wenn sie den Kartendienst nicht selbst gebaut hätten, hätten sie ab jetzt wohl wegen eines 5 Jahre laufenden Vertrags mit Google gar keine Karten-App in iOS gehabt. Steve Jobs lebte aber lang genug um jedwede Kooperation mit Goolge bezüglich einer Vertragsverlängerung zu verhindern. So lange, bis man mit der Eigenentwicklung anfangen musste und kein Weg daran vorbei führte, das Produkt auch in iOS 6 einzuführen.

Google ist demgegenüber entweder süffisant im Abwarten begriffen oder aber genug von Apple gegängelt worden, dass sie gar kein Bedürfnis empfinden, Apple nunmehr zu helfen. Ein besseres Argument dafür, zu Android zu wechseln, als die Maps App, gibt es derzeit nicht. Um genau zu sein ist es neben dem Preis das erste wirkliche Argument, das iPhone nicht erneut zu kaufen.

Mir fällt außer dem Preis nämlich ehrlich gesagt kein Grund ein. iOS ist prima so lange man nicht merkt was einem entgeht. Systemweite Apps mit Austausch von Daten untereinander? Gibt’s bei Android. Standard-Apps neu festlegen? Gibt’s bei Android. Aber wenn ich nie ein Android-Gerät in der Hand hatte und mir immer das nächste iPhone kaufe, werde ich davon nie was merken.

Maps ist das erste Mal dass ein User unter iOS mit einer neuen Version etwas weggenommen bekommt. Bisher gab es immer etwas dazu.

Und die Ironie an der Geschichte ist, dass Google jetzt die Werbung von Samsung nehmen könnte und ohne rot zu werden sagen könnte

„Die besten Karten gibt es schon.“

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