Bücher-Kartell

 

To persuade other publishers, Steve Jobs himself had to get involved. He wrote an email to one publishing CEO saying that the only existing choices were to „keep going with Amazon at $9.99“ or „hold back your books.“ He then offered a third choice: „Throw in with Apple and see if we can all make a go of this to create a real mainstream ebooks market at $12.99 and $14.99.“

Quelle: The Verge

Es ist ziemlich offensichtlich, dass das, was Apple da mit einigen Verlagen abgezogen hat, der Aufbau eines Kartells ist. Den Verlagen hat es nicht gefallen, dass Amazon die Preise selbst festgelegt, und für 9,99$ Bücher verkauft hat. Dagegen gingen sie an indem sie mit Apple einen Vertriebskanal aufbauten, der die Festsetzung des Preises durch die Verlage selbst erlaubte („Agency Model“) – und wovon Apple dann 30% bekam.

Es ist beinahe rührend, wenn John Gruber dies mit folgendem Satz kommentiert:

Prices are higher today, but that’s because Amazon was selling those $9.99 Kindle titles at a loss.

Alles nach dem Komma kann man getrost vergessen. Kartell = höhere Preise. Dieses Strohmannargument ist einfach nur traurig. Der Zweck heiligt NICHT die Mittel. Es kann nicht sein dass man hier allen Ernstes sagt „Amazon hat Preisdumping betrieben, um ein Monopol zu vermeiden haben wir ein Kartell gebildet“.

Zwei Mal negativ ergibt nicht plus.

Vor allen Dingen aber meine ich mich sehr genau daran erinnern zu können, dass im Zuge der Diskussion, ob Amazon jetzt von der iOS-Plattform verschwindet, Gruber in der Talk Show sich über diesen Buchanbieter lustig gemacht hat, dessen Geschäftsmodell wegfiel, als Apple anfing die Regel „Was Du sonstwo verkaufst muss es auch als InApp-Kauf zum gleichen Preis geben“, rigoros durchzuziehen. Er sagte damals, lose zitiert, dass es „tough noogies“ wären, wenn das eigene Geschäftsmodell halt so nicht mehr funktioniert.

Genau DAS aber ist es, worum es hier geht. Das Geschäftsmodell der Verlage funktioniert nicht mehr. Der Zulieferkanal ist digital. Amazon möchte sich diesen Kanal aneignen und allenfalls die Plattform sein, nicht „der Verleger“. Das Verlagsmodell hat sich mit der Einführung des Internets überlebt.

Wenn die Verlage deshalb pleite gehen, dann ist das „tough noogies“.

Vor allen Dingen aber ist es, gelinde gesagt, schändlich, dass Apple sich mit Verlagen ins Bett legt, die Apple als Hebel benutzen, um in einem Kartell die Preise zu erhöhen, nur damit DIE VERLAGE überleben können.

Der Kunde war Apple hier, salopp gesagt, scheißegal. Es ging um die 30%, und sonst nichts. Würde es nur um die Inhalte gehen, dann hätte die Kindle App auf jedem iOS-Gerät gereicht.

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